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Fairfashion in Luzern

Es ist gerade Fashion Revolution Week. Dieses Jahr findet sie den Umständen entsprechend online statt, wobei die offline Aktivitäten dann im Herbst noch über die Bühne gehen sollen. Ziel dieser Initiative ist einerseits die Erinnerung an die Katastrophe von Rana Plaza, wo am 24. April 2013 bei einem Fabrikeinsturz von diversen Textilunternehmen über 1000 Menschen starben und etwa doppelt so viele verletzt wurden. Andererseits geht es aber auch darum, dafür zu sorgen, dass sich solche Ereignisse nicht wiederholen und die sozialen und ökologischen Produktionsbedingungen in der Textilbranche ganz generell noch deutlich verbessert werden. Eine Roadmap wurde von verschiedenen Akteur*innen der Textilbranche erstellt und ist hier zu finden. Als Konsument*innen können wir zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit unseren Ressourcen und fairen Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern beitragen. Jedoch ist es gar nicht so einfach, sich im Labeldschungel zurecht zu finden oder gar allgemeingütige Kriterien für Fairfashion zu finden.


Ich habe mir vor einigen Jahren vorgenommen, dass ich Kleider nur noch Secondhand kaufe/tausche und wenn es was Neues sein muss oder soll, dann eben so fair wie möglich produziert. Diese Kombi lässt sich für mich im Alltag sehr gut umsetzen. Dazu überlege ich mir zweimal, ob ich wirklich was neues (oder auch aus zweiter Hand) brauche oder ob ich eigentlich nicht schon genug habe. Meistens ist Letzteres der Fall. Ganz allgemein ist es umso nachhaltiger, je länger ein Kleidungsstück getragen wird. Ich habe irgendwo mal gelesen, dass jedes neue Kleidungsstück das Potenzial zu einem Lieblingsstück haben sollte, denn Lieblingsstücke möchte man möglichst oft tragen. Das finde ich ein schöner Wegweiser.


Bei meiner Recherche zu Fairfashion in Luzern bin ich auf weit mehr Läden gestossen, als ich anfänglich gedacht hatte. Es lohnt sich, direkt im Laden mit den Betreiber*innen das Gespräch zu suchen und Nachfragen zu den Produktionsbedingungen und Materialien zu stellen. So kannst Du für dich selbst entscheiden, welche Labels Du mit deinem Kauf unterstützen möchtest. Aufgrund der aktuellen Situation sind die Kleidergeschäfte bis auf Weiteres noch geschlossen. Jedoch gibt es bei den meisten Läden aktuell die Möglichkeit, online zu shoppen und eure Lieblingsgeschäfte bei "Wir sind Luzern" zu unterstützen: #supportyourlocalbusiness heute und morgen! Du findest die Läden auch auf meiner Karte (Symbol: rote Kleiderbügel):


Glore

Der Laden in Luzern (Löwengraben 12) feierte vor Kurzem sein 5 jähriges Jubiläum. Hier finden alle Geschlechter Kleider von Kopf bis Fuss, inklusive Unterwäsche und Accessoires. Ganz nach dem Motto "be green in any colour you like" werden im Glore ausschliesslich fair gehandelte und ökologisch nachhaltige Marken mit ethischem Anspruch verkauft. Es finden sich im Laden sowohl Basicteile wie auch modische Statement-Pieces. Und: Immer wieder finden Reparaturtage für kaputte Jeans statt. Plus: Im Alltag integriert ist auch ein Verkauf von secondhand Fairfashion.


Unica Der Unica an der Zentralstrasse 18 bietet nebst anderen Produkte für den täglichen Gebrauch auch eine breite Palette an fair hergestellter Kleidung. Modisches und Zeitloses hat beides Platz. Unika setzt sich dafür ein, dass ihre Produktionspartner ihren Mitarbeitenden zusätzliche Sozialleistungen bezahlen, damit deren Lebensstandard zusätzlich verbessert wird.


Insieme

Insieme, an der Burgerstrasse 11, setzt auf kleine Labels und damit oft auch auf Familienbetriebe. Die Kleidungsstücke bestehen aus hochwertigen Materialien und sollen besonders lange tragbar sein. Etwa 90% ihrer Kleider werden in Europa hergestellt.


Colora Das Geschäft an der Pilatusstrasse 34 fällt mit den starken Farben im Schaufenster auf. Ihre Kollektionen entstehen in Huttwil und werden in einem kleinen Betrieb in Como genäht. Aktuell gibt ist die Leinen-Kollektionen, die zu 100% in der Schweiz hergestellt wird. Ihre Basic-Kleidungsstücke sind aus Tencel und Baumwolle hergestellt. Zudem bietet Color einen Umfärbe-Service für Kleidungsstücke an.


Früh'ling

Früh'ling an der Alpenstrasse 7 mausert sich immer mehr zum Fairfashion-Lokal. Inzwischen stammen von den Produkten ca. 80% für Männer* und ca. 70% für Frauen* aus fairer Herstellung. Tendenz steigend, da neue Teile nur noch mit nachhaltigem und fairem Konzept ins Sortiment aufgenommen werden. Damit auf einen Blick ersichtlich ist, ob etwas fair und nachhaltig produziert wurde, sind sie mit dem Label *love a'fair* speziell gekennzeichnet. Toll!


Die Handlung

Klein und fein ist Die Handlung am Bundesplatz 10. Im Sortiment setzen sie auf Labels, die ihre Produktionsethik genau deklarieren und auf faire und soziale Produktion, sowie auch auf kurze und ökologische Transportwege achten. An die grosse Glocke muss dies nicht mehr gehängt werden, weil dies bereits zur Selbstverständlichkeit wurde. Nice!


The Stories

Im The Stories an der Kasimir-Pfyffer-Strasse 16 gibt es Lingerie und Kleidung von kleineren Labels, die ihre Produkte selbst zu Hause oder in kleinen Ateliers herstellen. Die Materialien dafür werden sorgfältig ausgewählt: Bio und Recycling stehen hoch im Kurs.


Paranoia

Auch im Paranoia hält Fairfashion je länger desto mehr Einzug. Dazu setzen sie auf Labels, die möglichst in Europa produzieren, um längere Transportwege und damit verbunden höhere CO2-Emissionen zu vermeiden. Bei den Accessoires stammen aktuell ca. 90% aus fairer und nachhaltiger Produktion.



Quellen Eigene Recherchen


Transparenz / Haftung

Dieser Artikel enthält unbezahlte Werbung. Die Autorin übernimmt zudem keine Haftung für die Qualität der vorgeschlagenen Produkte und die Inhalte der verlinkten Webseiten.



Glore. Foto: Corinne Küng


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