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Alternatives Kerzenflackern

Aktualisiert: Feb 4

Spätestens mit der Zeitumstellung kommt bei mir jeweils wieder richtig Lust auf, zu Hause mehr Kerzen aufzustellen. Ich mag es nicht so besonders, wenn es so früh dunkel wird und schätze deswegen das zusätzliche Licht und die Wärme. Ich habe mir bis vor einigen Wochen eigentlich nie gross Gedanken gemacht, woraus Kerzen hergestellt werden. Da habe ich im Coop City ein paar hübsche türkise Stabkerzen (so nennt man die längeren Exemplare) gekauft. Sie waren mit dem Label "oecoplan" (vom wwf empfohlen) versehen und das brachte mich zum Nachdenken. Aus welchen Wachsen werden Kerzen eigentlich hergestellt? Ich begann mit Recherchieren und stiess auf spannende Artikel, die ich gerne am Schluss als Links aufführe. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Paraffin & Stearin Die allermeisten Kerzen werden aus Paraffin oder Stearin hergestellt. Paraffin wird aus Abfallprodukten der Erdölgewinnung hergestellt und ist nicht biologisch abbaubar. Da Erdöl dazu ein nicht nachwachsender Rohstoff ist, kommen Paraffin-Kerzen für mich definitiv nicht mehr in Frage.

Stearin wird oft als nachwachsender Rohstoff bezeichnet. Dahinter verbirgt sich in der Regel aber leider meistens nicht nachhaltig produziertes Palmöl und/oder Tierfette aus Schlachtabfällen. Weder das eine noch das andere finde ich unterstützenswert. Plus kommen neben den ökologischen Aspekten auch noch Gesundheitliche dazu. Denn Kerzen aus diesen beiden Rohstoffen russen mehr und können gesundheitsschädigende Partikel abgeben.


Bienenwachs Dann gibt es natürlich noch die typisch gelben Kerzen aus Bienenwachs. Der Duft von Bienenwachs ist für mich mit vielen schönen Kindheitserinnerungen verbunden. Die Bienenhaltung ist aber leider teilweise vergleichbar mit anderen Massentierhaltungen (nur sind die Tiere viel kleiner) und dies möchte ich mit meinem Einkauf nicht mehr unterstützen. Wenn ich noch Bienenwachs oder Honig konsumiere, dann unbedingt in bio Qualität und von möglichst lokalen und kleinen Imkereien. Bienenwachs ist zudem sehr teuer, was damit zu tun hat, dass es für 500-800g Bienenwachs die ganzjährige Arbeit von einem ganzen Bienenvolk braucht.


Nebst den drei gängigsten Kerzenwachsen gibt es auch einige, umwelt- und tierfreundlichere Alternativen.


Sojawachs Dieses biologisch abbaubare Wachs wird aus Sojaöl hergestellt. Es brennt langsamer als andere Wachssorten und ist weniger klebrig als beispielsweise Bienenwachs. Soja ist ein nachwachsender Rohstoff und wird zunehmend auch in Europa angebaut. Es gilt beim Sojawachs aber natürlich auch darauf zu schauen, dass die Produktion nachhaltig ist.


Rapswachs Raps ist in Europa weit verbreitet und deswegen wohl die insgesamt nachhaltigste Alternative (wenn aus entsprechender Produktion). Kerzen aus Rapswachs haben zudem eine sehr lange Brenndauer.

Bei meinen Streifzügen durch die Stadt habe ich in verschiedenen Läden die angebotenen Kerzen genauer angeschaut. Teilweise waren die Wachsarten der Kerzen leider gar nicht deklariert. Fündig (ich mag dieses Wort) geworden bin ich aber dennoch:

Coop City hat ein breites Angebot mit Zylinderkerzen (das sind die breiteren Exemplare) und Teelichtern ohne Alu aus Rapswachs. Die höheren Preise lassen sich mit der höheren Brenndauer kompensieren. Ebenfalls toll an diesen Kerzen ist, dass sie fast ohne Verpackung auskommen. Lediglich ein Papierstreifen umhüllt die Kerze mittig.


S' Gänterli hat eine schöne Auswahl an bunten Stabkerzen aus nachhaltiger Palmöl-Produktion oder nachhaltiger Kokosöl-Produktion. Diese Stabkerzen sind nun bei uns zu Hause im Einsatz und brennen wesentlich länger als ihre Vorgänger aus Stearin. Zudem tropfen sie nicht mehr, was ein weiterer Vorteil ist. Diese Kerzen gibt es ganz ohne Verpackung zu kaufen.

Der Changemaker bietet eine Auswahl von verschiedenen Duftkerzen auf der Basis von Sojawachs an.


Im Unikatum gibt es bunte Stabkerzen aus 100% Recyclingwachs von Rebecca Louis aus Rothenburg zu kaufen. Die Kerzen sind ebenfalls unverpackt.


Kennst Du noch weitere lokale Bezugsorte? Ich freue mich über deinen Kommentar oder deine Nachricht.


Diese alternativen Kerzen kosten sicherlich etwas mehr, als solche aus Paraffinen oder Stearinen. Sie brennen aber auch deutlich langsamer und machen so den höheren Preis wieder wett. Zudem habe ich mir vorgenommen das Kerzenlicht bewusster zu geniessen. Zum Schluss noch ein paar Ideen, was mit Wachsresten alles angestellt werden kann:

Upcycling-Ideen

♥ Aus den Bienenwachsresten mache ich neue Kerzen. Dafür gebe ich die Wachsreste in ein Schraubglas und stelle es bei ca. 70-80° Grad in den Ofen. Am besten nutzt man dafür gleich die Restwärme, wenn der Backofen sowieso schon in Betrieb war. Sobald der ganze Wachs geschmolzen ist, führe ich einen Docht hinein und lasse das Wachs wieder erhärten. ♥ Eine weitere Idee hatte meine Freundin Caroline. Sie hat mit Kleinholz und Wachsresten selbst Anzünder gemacht. Als Form können hier beispielsweise leere WC-Rollen dienen. Diese dritteln, mit Wachsresten und kleinem Holz befüllen und auf ein Backpapier legen, wiederum die Restwärme des Backofens nutzen um das Wachs schmelzen zu lassen und die Anzünder dann aushärten lassen. Für das Benutzen der Anzünder in der freien Natur würde ich dafür aber nur biologisch abbaubares Wachs verwenden.

♥ ...


Quellen

Umweltfreundliche Kerzen Umweltberatung Luzern - Kerzenwachs Utopia - Einkaufsratgeber Kerzen Wie entsteht Bienenwachs?

Transparenz / Haftung

Dieser Artikel enthält unbezahlte Werbung. Die Autorin übernimmt zudem keine Haftung für die Qualität der vorgeschlagenen Produkte und die Inhalte der verlinkten Webseiten.



Foto: Lukas Beer